Schaltaktoren

Die Vor- und Nachteile einiger HomeMatic-Schaltaktoren

Für viele Einsteiger fängt die Hausautomation mit ein paar Schaltaktoren für die Wohnzimmer- oder Weihnachtsbeleuchtung an. Meine erste Schritte fürten mich in den Baumarkt und dort zu fernbedienbaren Steckdosen. Das Ergebnis war … naja. Sie schalteten. Meistens.

Da kann die HomeMatic doch etwas mehr. Hier ein paar Hinweise zu den von mir getesteten Schaltaktoren.

Einfach-Schaltaktoren

Die einfachen Schaltaktoren sind bei mir absolut problemlos im Einsatz. An einem Steckdosen-Aktor (HM-LC-Sw1-PL) ist der Taster etwas schwergängig – das war’s. Keine Ausfälle, keine unerklärlichen Funkstörungen – nichts.


Schaltaktoren HM-LC-Sw1-Pl

HM-LC-Sw1-Pl-DN-R1

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Die Aktoren sind mit 16A belastbar und damit auch für etwas größere Lasten und höhere Einschaltströme geeignet: elektronische Netzteile von PCs, elektronische Vorschaltgeräte von Leuchtstofflampen oder Ähnliches. Auch meine Entfeuchter hängen an diesen Steckdosen-Schaltaktoren – seit Jahren ohne Probleme. Das gilt auch für die Unterputz-Aktoren (HM-LC-Sw1-FM).

Wenn eQ-3 bei den einfachen Nachfolgern (z. B. HM-LC-Sw1-Pl-DN-R1) nicht sehr viel falsch gemacht hat, gibt es hier eine klare Kaufempfehlung.

Beim HM-ES-PMSw1-Pl mit integrierter Leistungsmessung wäre ich freilich etwas skeptischer, denn dort muss im Leistungsstrang zwangsläufig mehr Elektronik stecken als nur ein einfaches, robustes Relais. Zudem wird das Gerät häufiger senden und empfangen. Mehr Elektronik, mehr Kommunikation – mehr potentielle Fehlerquellen.

Zweifach-Schaltaktor Unterputz

Der HM-LC-Sw2-FM ist im Vergleich zu den anderen Aktoren geradezu ein Sorgenkind.


Zweifach-Schaltakor HM-LC-Sw2-FM

Zunächst haben meine Zweifach-Aktoren, die im und ums Haus verteilt sind, bei mir relativ häufig Funkstörungen, während andere Aktoren – in der Nähe oder auch weiter entfernt – problemlos reagieren. Nach einiger Zeit fangen sie sich regelmäßig wieder.

Ein elektromechanisches Problem ist ein „klebendes“ Relais: Das Zweifach-Relais ist sehr empfindlich für hohe Einschaltströme. Hängt an einem Ausgang etwa ein Schaltnetzteil oder ein elektronisches Vorschaltgerät einer Leuchtstofflampe, können die Kontakte beim Einschalten zusammenschweißen und ein Zurückfallen des Relais verhindern. Dies kann auch auftreten, wenn die Verbraucher nicht die Dauerbelastbarkeit von 5A überschreiten.

Als Lösung kann man den robusteren Einfach-Schaltaktor einsetzen oder einen Einschaltstrombegrenzer zwischen Aktor und Verbraucher installieren – letzteres nur, wenn die angeschlossenen Geräte dafür geeignet sind.

Schließlich: Die Sicherung. Der Aktor hat eine eingebaute Feinsicherung, um die Relais vor Überlastung zu schützen. Ich musste schon eine ersetzen, weil die angeschlossene Glühlampe durchgebrannt ist. Der Aktor sollte also leidlich gut zugänglich installiert werden.

Jalousie-Aktoren

Jalousie-Aktor

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Ebenfalls relativ problemlos sind Jalousie-Aktoren, bei mir in der Unterputz-Variante HM-LC-Bl1-FM im Einsatz.

Die Geräte enthalten jeweils zwei Relais, mit denen sichergestellt ist, dass der angeschlossene Jalousie-Antrieb nur in eine Richtung laufen kann. Bei falscher Verschaltung, wenn gleichzeitig „auf“ und „ab“ eingeschaltet werden, können die Antriebe zerstört werden.

Einer meiner Jalousie-Aktoren neigte zu Fehlfunktionen: Er stürzte ab und reagierte nicht mehr. Wenn das passierte, sendete er offenbar dauerhaft, so dass auch die Kommunikation anderer Geräte gestört war. Die Reichweite von Fernbedienungen mit direkten Verknüpfungen schrumpfte so auf wenige Zentimeter zusammen.

Hier half ein Neustart, indem die Stromzufuhr zum Aktor für einige Sekunden unterbrochen wurde. Das Problem ist jetzt aber auch schon länger nicht mehr aufgetreten – vielleicht musste er nur richtig eingeritten werden.

IP65-Aktoren

Aktoren im strahlwassergeschützten Gehäuse sind was für den groben Einsatz.

Mein Vierfach-Aktor HM-LC-Sw4-SM war zwar reichlich teuer, aber technisch sehr gut und vor allem mit den Schraubanschlüssen und der Acrylglasscheibe äußerst beeindruckend. Auch dieser Aktor ist bei mir seit mehreren Jahren problemlos im Einsatz.


Schaltaktor HM-LC-Sw4-SM

HM-LC-Sw1-SM

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Der Platz im Inneren wurde genutzt, um stabile 16A-Relais unterzubringen. Die Relais sind potentialfreie Umschalter, womit sich dieser Aktor (ebenso wie z. B. der Einfach-Aktor HM-LC-Sw1-SM, den ich freilich nicht selbst getestet habe) auch für besondere Anforderungen eignet.

Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann die Sinnlosigkeit der Tasten: Das Gehäuse ist fest verschraubt und es gibt einen fetten Warnhinweis auf der Frontplatte, dass der Aktor nur in stromlosem Zustand geöffnet werden darf. Insofern kann man die Tasten zur Bedienung am Gerät zwar bewundern, aber nicht wirklich verwenden.


Verteilerkasten im Garten

In den meisten Fällen wird man auch einfach einen normalen Unterputz-Aktor kaufen und in einem ausreichend großen Verteilergehäuse unterbringen können. In vielen Fällen wird das ausreichend und deutlich billiger sein – ich habe so einige Aktoren im Garten verlegt. Für den Einbau ist wichtig, dass der Verteilerkasten ausreichend groß ist und kein Hitzestau entstehen kann, auch wenn die Aktoren nicht nennenswert warm werden.

Für den Garten ist ein FI-Schalter wichtig, aber das ist ein anderes Thema.

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