



Orte, die sich abheben vom (Stadt-)Alltag, gibt es im gleichen Ausmaß wie individuell verschiedene Vorlieben für Reiseziele - wie Sand am Meer. Allerdings ist es nicht einfach, seine persönliche "Oase" zu finden, in der man eine Zeit lang nachtanken kann.
Für viele
Friesen -
und nicht nur die - ist
Dangast am
Jadebusen zu einer solchen geworden, was der sams- und sonntägliche rege Andrang bezeugt.
Man trifft hier auf Menschen aller Couleur - von abgehärteten saisonunabhängigen Campern
über die meist im Rudel auftretenden Motorradfahrer (aus Dangast nicht mehr wegzudenken)
und pensionierten Seefahrern bis hin zu ganz "normalen" Menschen auf der Suche
nach Entspannung.
Dangast bedeutet vielen Besuchern etwas, bietet ihnen etwas Außergewöhnliches. Sei es allein die Lage an der Nordsee für binnenländische Besucher oder die Faszination der Natur für Küstenbewohner, die Herausforderung des Meeres für Surfer oder einfach der einmalige (Rhabarber-) Kuchen im "Kurhaus", dem wohl wichtigsten Treffpunkt vor Ort - vielen Gästen geben ein paar Stunden in Dangast die Möglichkeit, individuell zufrieden zu werden.
Die im Herbst '96 entstandenen Momentaufnahmen zeigen Dangast von einer romantisch-besinnlichen Seite. An Sommerabenden nutzen viele den rund zwei Kilometer langen Naturstrand zum geselligen Beisammensein am Lagerfeuer, so daß man im Dunkeln bald von einem Dutzend Feuerstellen umringt ist, an denen nicht nur musikalisch eine große Vielfalt vorherrscht.
Das älteste Seebad der Nordsee (seit 1797) bietet aber auch Künstlern seit jeher die Möglichkeit zur Entfaltung. Stellvertretend für viele sei hier der Maler Franz Radziwill (1895-1983) zitiert, der sechzig Jahre seines Künstlerlebens in Dangast verbrachte:
"Für mich bedeutet Dangast eine Quelle der Inspiration. Hier habe ich einen Himmel, der stündlich oft von Minute zu Minute einem anderen Licht ausgesetzt ist, und ich sehe die seltsamsten Wolkenbildungen. Ich habe das Meer und den Wechsel der Gezeiten. Gegen Nordwesten ist der Horizont aufgerauht durch die Kräne und Helgen von Wilhelmshaven. Flugzeuge sausen über mich hin, und an Wintertagen geistert das Nordlicht am Himmel. Aber auch die kleine Welt der Schiffer mit ihren Booten und Netzen, die Welt der Bauern gibt mir Anregungen. Ich habe die Marschebene vor Augen und zugleich welliges Land mit schönen alten Bäumen und Architekturen..."
Kreativität und Engagement sind auch nach Radziwill keine Fremdworte in Dangast - ist doch das Kurhaus nebenbei auch noch ein Treffpunkt für Künstler und Aktionisten aller Art, die außer der bereits weithin bekannten "Jade"-Statue auch einen kontroversen überdimensionalen Granitpenis ins Watt setzten. Mit dieser Skurrilität fügten sie ein weiteres Steinchen zum Mosaik "Dangast" hinzu - und unterstrichen die Einzigartigkeit dieses Ortes, dessen Originalität mit dem gängigen Motto "Kenner kommen gern" noch einmal abschließend untermauert werden soll.
B. Behrendt
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