Die preußischen Abteilwagen 4200, 4201 usw. stellen ganz eigene Herausforderungen an die Beleuchtung. Es fängt damit an, daß es offiziell zu diesen Wagen gar keine Innenbeleuchtung gibt.
Da ich keine besondere Lust hatte, mit Massefedern einen halbherzigen Kontakt zur Schiene herzustellen, habe ich ein altes "Patentrezept" ausgegraben: Eine normale Kupferlitze wird einmal um die tragenden Achsen gewickelt, mit einem Tropfen Lötzinn fixiert und nach innen geführt - fertig. Natürlich sollte man nicht zu fest wickeln, sonst rollt der Wagen nicht mehr richtig...
Ursprünglich hatte ich vorgehabt, das Kabel an die Feder der mittleren Achse zu löten. Allerdings habe ich schnell festgestellt, daß die Feder dann sehr leicht vom Kabel aus ihrer Position gezogen wird - und daß die mittlere Achse einen eher schlechten Kontakt zur Schiene hat.

Der Wagen ist ganz offensichtlich schon vom Hersteller für eine Innenbeleuchtung
vorgesehen: Die Oberlichter haben die Form eines Lichtleiters und im Boden sind bereits
passende Öffnungen für den Schleifer. Dennoch gibt es keine. Dank der Mithilfe des
Insider-Forums und der
Ersatzteil-Beratung von
Märklin habe ich dann
doch den passenden Schleifer gefunden. Wer ihn sucht: Die Bestellnummer lautet 445260, und
der
Lokshop liefert schnell und
zuverlässig.
Und der Schleifer paßt haargenau.

Im Dach wird es dann etwas eng. Der Grund: Die Platine muß schmal genug sein, daß sie ganz oben unter die Oberlichter paßt. Sonst sind die LED sichtbar, wenn man von der Seite in den Wagen blickt. Ich habe also meine Standardschaltung weitgehend abgespeckt und auf Kondensatoren etc. verzichtet. Das Licht ist dadurch zwar nicht mehr ganz flackerfrei, aber es sieht immer noch besser aus, als wenn die LED in den Abteilen hängen.

Für den Nachbau kann die folgende Platine mit 600dpi ausgedruckt und zur Belichtung verwendet werden:
Wer mit SMD-Beleuchtungen arbeitet, hat es da etwas leichter, aber auch hier sollte auf eine möglichst schmale Platine geachtet werden. Sonst wird's eng. Falls ich jemals mit SMD-Technik anfange, sind diese Wagen die ersten Kandidaten.

Und das Ergebnis? Im prallen Licht des Arbeitsplatzes sieht es erst mal etwas enttäuschend aus: Ich habe auf superhelle LED verzichtet, weil die Abteilwagen für mich einen eher düsteren Charakter haben. Dadurch sieht man bei voller Außenbeleuchtung nur das Schimmern der Innenbeleuchtung.

In der "Dämmerung" oder bei Nacht hingegen kommt die Beleuchtung voll zur Geltung. Wie man sieht, werden auch die Oberlichter gut mitbeleuchtet.

Insgesamt wirkt der Zug durch die Beleuchtung sehr viel besser als vorher. Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Mittlerweile habe ich die LED ausgetauscht und durch ultrahelle ersetzt. Damit ist der schöne Effekt der trüben Originalbeleuchtung zwar dahin, aber im Vergleich zu den sonstigen Modellen paßt eine etwas grelle Beleuchtung einfach besser ins Bild.
Die Stromversorgung erfolgt nun durch zweipolige stromführende Kurzkupplungen von
Tams Elektronik
von der Zuglok aus. Dadurch ist nicht nur die Innenbeleuchtung schaltbar, sondern auch die
beträchtliche Bremswirkung, die die Schleifer ausgeübt haben, hat ein Ende gefunden.
Als Zuglok kommt eine preußische T18 zum Einsatz, die sich hier unberechtigterweise etwas schamhaft versteckt.

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